Politik/Corona

Die Abtrennung des Corona-Themas vom Ordner "Politik" ist in der Hoffnung erfolgt, dass es sich bald um Zeitgeschichte handeln wird, die aber nicht so schnell in Vergessenheit geraten sollte. Aus meiner Sicht hat der Umgang mit diesem Thema nämlich einen Mangel an Rationalität und Seriosität aufgezeigt, welcher die Politik und die Berichterstattung darüber heutzutage leider generell kennzeichnet. Populismus auf allen Seiten und Meinungsmache statt Information, wohin man blickt. Wer den mündigen Bürger Immanuel Kants aus den Augen verliert, der ist nach meinem Dafürhalten nicht dazu qualifiziert, in einer Demokratie Politik zu machen. Gleiches gilt für Volksvertreter und Medienleute, die mit Unterstellungen und Beleidigungen operieren, statt sich an der Faktenlage zu orientieren. Es wäre daher hoch an der Zeit, zu einer politischen Kultur zurückzufinden, wie ich sie in meiner Jugend und bis in die 1980er-Jahre hinein in Österreich noch erlebt habe.                                                    

Schwedischer Sonderweg gescheitert?

Anlässlich der Neueinrichtung dieses Ordners habe ich das Internet nach Meldungen hinsichtlich des schwedischen Sonderweges im Umgang  mit der Corona-Krise durchforstet und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, sich in dieser Sache Klarheit zu verschaffen. Ziemlich eindeutig ist nur die in fast allen nationalen wie internationalen Medien vertretene Ansicht, dass der Sonderweg angesichts der hohen Infektions- und Todesrate gescheitert sei und die Kritik darüber in Schweden ständig zunehme.

 

Laut  "Kronen-Zeitung", die uns tagtäglich mit aktuellen Zahlen versorgt, trifft das auf die durch Tests erhobene Zahl der Neuinfektionen tatsächlich zu. (Im Zusammenspiel mit einer hohen Impfrate, die derzeit bereits bei 40 Prozent liegt, könnte das für das baldige Erreichen einer Herdenimmunität aber durchaus nützlich sein.)  Betrachtet man hingegen die Anzahl derer, die mit oder an Corona in den letzten fünf Monaten verstorben sind, so erlebt man beim Vergleich zwischen Österreich und Schweden eine Überraschung. Die folgende Tabelle enthält die Anzahl der "Corona-Toten"  am 27. Mai 2021 (oben ) und am 29. Dezember 2020 (unten) in Österreich (links) und in Schweden (rechts):

 

                                                                                          Österreich    Schweden

                                              27. Mai 2021                          10.573         14.451

                                              29. Dezember 2020                  5.931           9.617

                                              Differenz                                  4.642           4.833

 

Wenn man berücksichtigt, dass Schweden um ca. 1,5 Millionen mehr Einwohner als Österreich aufweist, dann geht dieser Vergleich eindeutig zugunsten von Schweden aus, wo es in diesen fünf Monaten  weder Lockdowns noch einen Maskenzwang gegeben hat, sondern lediglich Appelle, persönliche Kontakte einzuschränken bzw. dabei ein diszipliniertes Verhalten an den Tag zu legen, nebst Anleitungen dazu. Die vom Parlament bereits abgesegneten schärferen Maßnahmen hat die Regierung nicht in Kraft gesetzt; daher kann sich diese jetzt auch nicht mit "Lockerungen" brüsten und dafür lobpreisen lassen.

 

Die aus dem Jahr 2020 "mitgenommenen" höheren Zahlen sind einem nicht optimalen Schutz der besonders vulnerablen Altersgruppe geschuldet, was aber inzwischen stark verbessert worden ist. Bemerkenswert ist jedenfalls der Mut der schwedischen Regierung, trotz dieser Misere weiterhin auf den Rat ihres obersten Staatsepidemiologen Anders Tegnell zu hören, der von Anfang an auf Eigenverantwortung anstelle von strengen Vorschriften und Strafen gesetzt hat, was nicht nur der Lebensqualität der Schweden  zugute gekommen ist, sondern - im gesamteuropäischen Vergleich - auch den Staatshaushalt weniger stark belastet und die Wirtschaft geschont hat.

 

dgm/28. Mai 2021

Dr. Weiss: Gezielte Öffnungen besser als Verbote

In meinem Aufsatz „Eine Rückkehr zur Vernunft täte not (Corona III)“ habe ich den Innsbrucker
Infektiologen und Chef der dortigen Universitätsklinik für Innere Medizin, Dr. Günter Weiss, mit kritischen Bemerkungen zu Wort kommen lassen. Nun hat er sich am 15. April 2021 in der "Kleinen Zeitung" zum Thema "Lockdowns" neuerlich zu Wort gemeldet.
Dr. Weiß, Innsbruck.pdf
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Corona aus der Sicht der AGES

Ein Artikel im "Standard" (PDF-Datei) bestätigt die Informationen, die ich von meinem AGES-Gewährsmann zum Thema "Corona" laufend bekommen und in meinen einschlägigen Aufsätzen verarbeitet habe.
210314 Umstrittene Ages.pdf
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Eine Rückkehr zur Vernunft täte not (Corona III)

Eigentlich hatte ich nicht vor, zur Causa Prima des Jahres 2020 noch einmal Stellung zu nehmen, allein schon deswegen nicht, weil in diesem Zusammenhang bereits genug Unfrieden gestiftet worden ist und ich nicht die Absicht habe, die zunehmende Radikalisierung im öffentlichen Diskurs weiter anzuheizen – ganz im Gegenteil. Wenn die politisch Verantwortlichen allerdings so haarsträubende Ideen wie die vom „Freitesten“ entwickeln, dann erscheint es mir doch angebracht, die Zurückhaltung aufzugeben und aufzulisten, was mit zunehmender Dauer der Corona-Krise zunehmend schief gelaufen ist. Aber selbstverständlich werde ich dabei um größtmögliche Sachlichkeit besorgt sein und meine Kritik so präzise wie möglich durch Fakten und Zahlen begründen.
Der Aufsatz ist in den GENIUS-Lesestücken, Folge Jänner/Februar 2021, ausgedruckt worden.
210110 Corona III.pdf
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Die Maskenpflicht auf dem Prüfstand (Corona II)

Die Entwicklung der letzten zwei Monate erfordert eine Ergänzung, zum Teil auch Präzisierung, meines Aufsatzes "Eigenverantwortung und Hausverstand" von Ende Juni 2020, wobei ich den Schwerpunkt auf die Bewertung der Maskenpflicht gelegt habe.
Der Aufsatz ist in "Lot und Waage" , der Zeitschrift des alpenländischen Kulturverbandes Südmark, Heft 2/3/20, abgedruckt worden.
Corona II.pdf
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Eigenverantwortung und Hausverstand (Corona I)

Zwei Eigenschaften, die ich in der Corona-Krise schmerzlich vermisse

Dieser Aufsatz bezieht sich auf die Corona-Krise in der Zeit von Anfang März bis Ende Juni 2020, zu welchem Zeitpunkt er abgefasst worden ist. Er zielt zwar nicht vornehmlich auf Regierungskritik ab, setzt sich aber doch kritisch mit den "von oben" dekretierten Maßnahmen auseinander. Auch wird beklagt, dass die sachliche Information zu kurz gekommen ist; ohne diese können nämlich Eigenverantwortung und Hausverstand nicht wirksam werden. Und schon gar nicht angebracht war es, die Klima-Krise, der weltweit nur mit einem Bündel vom Maßnahmen begegnet werden kann, mit Corona zu vergleichen und mit Zwangsmaßnahmen zu spekulieren, wie solche zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zumindest kurzfristig akzeptabel erschienen sind.
Der Aufsatz ist u. a. in den GENIUS-Lesestücken, Folge 07/08/20 sowie in "Lot und Waage", der Zeitschrift des Alpenländischen Kulturverbandes Südmark, Heft 2/3/20, abgedruckt worden.
200921 CORONA I.pdf
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