Freiheitlicher Lehrerverband

Zur Mitgliedschaft und bald darauf regen Mitarbeit im Freiheitlichen oö. Lehrerverein (FLV-OÖ) "verführte" mich  im Frühjahr 1979 mein äußerst "keilaktiver" Linzer Bb. Mag. Klaus Starzengruber (aS! "Hohensalzburg" Salzburg und aS! "Nibelungen" Linz), der 1975 innerhalb des Gesamtvereines einen Arbeitskreis für die Lehrer Höherer Schulen (AFL) ins Leben gerufen hatte.

 

Der FLV-OÖ wurzelt im überparteilichen oö. Landeslehrerverein von 1867, in dem sich damals die großteils liberal gesinnten Lehrer zusammenschlossen, um die ihnen (z. B. durch das Reichsvolksschulgesetz) neu zugestandenen Rechte gegen klerikal-konservative Restaurationsversuche zu verteidigen. Erst Jahrzehne später machten die Christlichsozialen (heute ÖVP) und die Sozialdemokraten (heute SPÖ) parteipolitisch gefärbte Lehrervereine auf, die aber hinsichtlich der Mitgliederzahlen an den Verein von 1867 (= das "Wendejahr" in der Habsburgermonarchie) nicht herankamen. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Situation allerdings grundlegend: Zufolge der "Proporzdiktatur" ÖVP-SPÖ schien es vielen Lehrern geraten, bei einem der zwei Partei-Lehrervereine Unterschlupf zu suchen; im überparteilichen Verein fanden sich nur mehr die betont freiheitlich gesinnten Lehrer und es war daher lediglich eine Frage der Zeit, bis dieser Verein seinem Namen das Attribut "freiheitlich" beifügte und schließlich 1972 den oben genannten Namen annahm. In den anderen Bundesländern verlief die Entwicklung ähnlich. Schließlich wurden die Landesvereine im Freiheitlichen Österreichischen Lehrerverband (FLV-Ö) zusammengefasst, dessen Obmann von 1978 bis 1981 der Sonderschullehrer und  langjährige FPÖ-Bundesparteiobmann Friedrich Peter war. Es sei aber festgehalten, dass der FLV höchstens als freiheitliche Vorfeldorganisation gelten kann und vereinsrechtlich nach wie vor völlig unabhängig ist.

 

Im AFL stieg ich bald zu dessen Obmann auf und konnte bei den jeweiligen Jahrestagungen in Linz, bei denen der Pflichtschullehrer und FPÖ-Landesparteiobmann Horst Schender regelmäßig anwesend war, bis zu 50 Teilnehmer begrüßen. (Besonders erinnerlich ist mir noch die Tagung von 1983 zum Thema "Umwelterziehung" mit dem be-kannten Wiener Ökologen Dr. Peter Weish, Bild rechts.) Bei dem von mir initiierten erstmaligen Antreten bei Personalvertretungswahlen (Fachausschuss OÖ) erreich-ten wir 1980 ein Ergebnis von über fünf Prozent, was dem damaligen FPÖ-Durchschnitt entsprach. An "mei-ner" Schule, dem BRG Steyr, schafften wir sogar die relative Mehrheit. Im Gefolge gründete ich die Lehrer-zeitschrift "Freie Perspektiven", wahrscheinlich das ge-haltvollste Periodikum, das ich je redigiert habe.

 

Bereits 1981 sollte ich auf Wunsch Friedrich Peters seine Nachfolge beim FLV-Ö antreten, doch war ich erst 1984 - nach dem Salzburger Landesrat Dr. Sepp Baumgartner - bereit, die gesamtösterr. Obmannschaft zu übernehmen. Diese hatte ich zunächst bis 1990 (einschließlich eines Sitzes in der FPÖ-Bundesparteileitung und in der Schulreformkommission des Unterrichtsministeriums) inne. In diese Zeit fällt das FPÖ-Parteiprogramm von 1985, dessen Bildungskapitel meine Handschrift trägt, und der FPÖ-Bundesparteitag von 1986 in Innsbruck mit dem Wechsel im Parteivorsitz von Dr. Norbert Steger zu Dr. Jörg Haider. Sosehr Letzterer mit seiner forschen Oppositionspolitik einen Wahlerfolg nach dem anderen einheimsen konnte - bei der Lehrerschaft waren wir seither "unten durch". Nicht zuletzt wurde ich als zu "liberal" dafür verantwortlich gemacht und 1990 abgelöst.

 

Nach drei Jahren und zwei Nachfolgern, die kurioserweise beide zum Liberalen Forum (LIF) abdrifteten, baten mich alle Landeslehrervereine eindringlich, die Verbands-Obmannschaft wieder zu übernehmen, ein Amt, das ich dann über meine Pensionierung hinaus bis 2004 ausübte. In diese Zeit fällt meine Arbeit am Parteiprogramm von 1997, dessen Bildungskapitel großteils wörtlich von mir stammt.  Im Herbst 2004 zog ich mich zugunsten des Voralberger FPÖ-Landtagsabgeordneten Mag. Siegfried Neyer auf die Funktion des Verbands-Kassiers zurück, die ich bis zum 24. November 2018, ein paar Tage nach meinem 77. Geburtstag, innehatte.

 

Ab Folge 2001.4 hatte ich auch die Schriftleitung des (nach einem Vorschlag von mir so genannten) Verbands-organs "Freie Meinung" (FM) übernommen und brachte bis Ende 2016 jährlich vier Folgen zwischen zwölf und 20 Seiten heraus. Ab 2012 gestaltete das Layout mein lieber Bb. Harald Baumgartner (aS! "Nibelungen" Linz), der am 17. August 2017 viel zu früh von uns gegangen ist. In dankbarer Erinnerung setze ich die letzten sechs Folgen der FM sowie Folge 2015.1 auf diese meine "FLV-Seite". Etliche in früheren Jahren entstandene und in älteren FM-Folgen veröffentlichte Beiträge von mir befinden sich unter "Texte" im Ordner "Bildung".

 

FM 2016.4
Aus dem Inhalt: Zu guter Letzt (Dieter Grillmayer), BRD - Lehrer wegen "Freiheitsberaubung" verwarnt ("Berliner Morgenpost"), Hammerschmieds Traumwelt und die Schulrealität (Sepp Pasteiner), Überdurchschnittlich viele Bildungsaufsteiger in Österreich ("Pro Gymnasium"), Placebo Schulautonomie (Sepp Pasteiner), Guter Frontalunterricht ist super ("Die Presse").
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FM 2016.3
Aus dem Inhalt: Dr. Michael Hainisch (Sepp Pasteiner), Vom Freiheits- zum Verbotsstaat? (Sigi Neyer), Die AHS-Mathematik-Zentralmatura 2016 (Dieter Grillmayer), Katastrophale "Schulreformen" ohne Ende? (Sepp Pasteiner), Das Kreuz mit der Reform (Wolfgang Caspart), Direktorin gemobbt - Republik muss zahlen ("Die Presse").
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FM 2016.2
Aus dem Inhalt: Die OECD und die Bildung (Sigi Neyer), Bundelehrertag in Linz und politische Kultur (Dieter Grillmayer), Der Wiener Kindergarten-Skandal (Sepp Pasteiner), Wer die Wahrheit sagt, hört nur: Gusch! ("Kurier"), Streit um Konrad Lorenz ("Frankfurter Allgemeine").
2016.2.pdf
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FM 2016.1
Aus dem Inhalt: Streit um Modellregionen (Sigi Neyer), 160 Lehrer beim Lehrertag der Freiheitlichen Lehrer in OÖ (Dieter Grillmayer), Die Fußangeln der geplanten Bildungsreform (Sepp Pasteiner), Die Bombe ist geplatzt (Dieter Grillmayer), Die Mitschuld der Medien am verrückten Willkommens-Karneval (Christian Ortner in "Die Presse").
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FM 2015.4
Aus dem Inhalt: Eine Pionierin der Mädchenbildung (Friedrich Weißensteiner in "Wiener Zeitung"), Finnlands PISA-Wunder entpuppt sich als Irrtum ("Die Welt"), Die realitätsferne SPÖ-ÖVP-Nichtschulreform (Sepp Pasteiner), Die Gemeinsame Schule löst keine Probleme ("Pro Gymnasium"), Ada Lovelace - die "Zauberin der Zahlen" (Ruth Hutsteiner, science.ORF.at).
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FM 2015.3
Aus dem Inhalt: Zentralmatura - nix ist passiert (Sigi Neyer), Thema Bildung: "Das Gymnasium ist eine Paradeinstitution" (Alfred Schirlbauer in "Die Presse"), Initiative "Pro Gymnasium" wird Verein, Lehrer brauchen mehr Disziplinarrechte an Schulen (Silke Lakner), Computerrechnen versus Mathematik (Dieter Grillmayer).
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FM 2015.1
Aus dem Inhalt: Stellungnahme des FLV zum Religions- und Ethikunterricht, Gebt uns endlich etwas Neues: "Dancing Stars für alle" (Kurt Scholz in "Die Presse"), Das Problem mit der Autorität (Dieter Grillmayer), Herbe Kritik an der neuen Lehrerausbildung (Dieter Grillmayer), Die Gefahr der Schul-Monokultur (Peter-Michael Lingens im "profil"), Militärgymnasium muss bleiben (Sepp Pasteiner), Die Reformitis ist eine globale Entzündung (Roland Reichenbach im "Standard"), Die Stadt Wels schafft das Binnen-I ab, Gendern macht Schulbücher unlesbar.
2015.1.pdf
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