Kultur

Die Rückkehr zur sprachlichen Vernunft tut not!

Eine Pressemitteilung des Vereins "Muttersprache"

Der Obmann des Vereins „Muttersprache“ (Wien) hat mich gebeten, die beiliegende Pressemitteilung des Vereins an lokale Redaktionen und Bildungsinstitutionen weiterzuleiten. Ich tue das umso lieber als ich die in der Mitteilung thematisierte sprachliche Fehlentwicklung nun schon seit mehreren Jahrzehnten anprangere. Sie ist nicht nur gegen jede Sprachlogik und Kulturtradition,  sondern ihre Propagierung oder gar Einforderung ist auch durch keinerlei demokratische Mehrheitsentscheidungen gedeckt. Das hat die österr. Volksanwaltschaft veranlasst, dergleichen gesetzwidrige Richtlinien auf ihre Missstandsliste zu setzen. Und die kürzlich verstorbene Lotte Tobisch hat in ihrer NEWS-Kolumne (34/2015) eine „Gender-Correctness-Terror-Diktatur von Minderwertigkeits-Komplexlerinnen“ angeprangert.
Verein Muttersprache Wien, Pressemitteil
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Steyr war am 28.06.1913 schwarz-rot-gold beflaggt

 

Auszüge aus dem Bericht über die Feier zum fünfzigjährigen Bestehen der k. k. Staatsoberrealschule Steyr vom 28. Juni 1913 in der Stadt-Chronik von 1914, Seite 197-201. Die wörtlichen Zitierungen sind kursiv geschrieben.

 

Beim Festkommers in den Kasinoräumen, der mit dem „Gaudeamus“ eröffnet worden ist, drückte ein ehemaliger Schüler, der aus Wien angereiste Eisenbahnbeamte Schlüsselberger, in seiner Festansprache unter anderem seine besondere Anerkennung über die vielen schwarz-rot-goldenen Fahnen aus, mit der die Stadt geschmückt sei, eine wahre Freude habe er empfunden als er hereingezogen sei vom Bahnhofe und dieses Schwarz-Rot-Gold sah. Aber etwas anderes habe ihn noch mehr gefreut: Vor kurzem hängte wieder am Wiener Rathaus die schwarz-rot-goldene Fahne, und auch am Steyrer Rathaus sah er sie flattern. Er wünsche, dieses schwarz-rot-gold käme nie wieder in die Rumpelkammer! Mit einem herzlichen Gruß der Stadt Steyr und der Realschule schloss Redner unter größtem Beifalle seine zündenden Ausführungen. Um Mitternacht schloss der Vorsitzende mit der begeistert gesungenen „Wacht am Rhein“ den vorzüglich verlaufenen Kommers.

 

Hinweise:

 

1. Die Farben der Habsburgermonarchie waren schwarz-gelb, die „Wacht am Rhein“ war die inoffizielle Nationalhymne des Deutschen Kaiserreiches, dessen Nationalfarben schwarz-weiß-rot waren. Die Burschenschafterfarben schwarz-rot-gold standen für die großdeutsche Idee, also für die Eingliederung Österreichs in ein Gesamtdeutsches Reich.

 

2. Der obige Bericht stammt aus 1913, da war vom Zerfall der Donaumonarchie und einer allenfalls nicht vorhandenen „Lebensfähigkeit“ eines kleinen Deutsch-Österreich noch gar keine Rede. (Nicht nur) für die Sozialdemokratie der Zwischenkriegszeit war das Aufgehen der Alpenrepublik in einem gesamtdeutschen Reich eine Herzensangelegenheit. Zu diesem Zweck wurde von der roten Stadtregierung auch das Singen des Deutschlandliedes (anstelle der österr. Bundeshymne) an allen Wiener Schulen verordnet, um die Jugend von Anfang an auf die großdeutsche Idee einzuschwören.

 

3. Der „Deutschnationalismus“ war eine Reaktion auf den slawischen und ungarischen Nationalismus und durch dessen Gallionsfigur Georg Ritter von Schönerer von Anfang an diskreditiert. Nach der Hochblüte in den 1880er-Jahren war er bald wieder politisch bedeutungslos mit Ausnahme des großdeutschen Bekenntnisses, das aber bei allen Parteien, auch bei den Christlich-Konservativen wenigstens bis 1933, dominant war.

 

4. Bruno Kreisky, einer der letzten geschichtsbewussten österr. Politiker, hat einmal gesagt, „national“ habe in Österreich immer „deutschnational“ geheißen. Er hat damit gemeint, dass die Eingebundenheit der Österreicher in den deutschen Kulturraum immer selbstverständlich war. Daher, und das ist meine nun schon seit Jahrzehnten konsequent vertretene Meinung, ist der Begriff spätestens seit 1918 verzichtbar und sollte wegen seiner von der Schönerer-Bewegung zu verantwortenden Anrüchigkeit auch nicht mehr verwendet werden. Aber Traditionen sind bekanntlich zäh.

 

Übrigens: Auf seinem Sterbebett hat Kreisky auf die Frage, zu welcher Nation er sich bekenne, klipp und klar gesagt: „Ich bin ein Deutscher“.

 

Dieter Grillmayer

Der Hitlergruß in einem Lied des MKV

"Es lagen die alten Germanen"
Klarstellungen zum Text des nämlichen Liedes, welches bereits vor knapp zwei Jahren unter dem Schlagwort "Naziliederbuch" für Aufregung gesorgt hat. Ich möchte damit auch der Oberflächlichkeit entgegenwirken, welche die Mainstreammedien zunehmend auszeichnet und die in der Öffentlichkeit oft ein falsches Bild hinterlässt. Denn natürlich wäre auch ich über den Gebrauch des Hitlergrußes in einem Studentenlied entsetzt, würde ich die historischen Zusammenhänge nicht kennen.
191106 Es lagen die alten Germanen.pdf
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Der Niedergang der Bibliothek von Alexandria und das Schicksal der Hypatia

Der Niedergang der Bibliothek von Alexandria
Der Text fußt auf dem mit dem Pulitzerpreis 2012 ausgezeichneten Buch „DIE WENDE. Wie die Renaissance begann“ von Stephen Greenblatt und schildert den Verfall der hellenistischen Kultur als Folge des Aufstiegs des Christentums zur Staatsreligion im römischen Imperium. Die angesehene ägyptische Mathematikerin Hypatia wurde im Jahr 415 von christlichen Fanatikern ermordet.
Der Niedergang der Bibliothek von Alexan
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Adam Müller-Guttenbrunn

Adam Müller-Guttenbrunn
Dieser Aufsatz berichtet über Leben und Werk eines Banater Schriftstellers, der es in Wien bis zum Theaterdirektor und Nationalratsabgeordneten gebracht hat.
2013.2 Adam Müller-Guttenbrunn.pdf
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Ovid beklagt sein Schicksal

Ovid beklagt sein Schicksal
OVIDS Distichon „Dónec erís felíx multós numerábis amicós, témpora sí fuerínt núbila, sólus erís“ ziert ein Haus am Oberen Schiffweg in Steyr/OÖ. Die Absicht, ihn korrekt zu übersetzen, stand am Beginn meiner „Latein-Studien“, die schließlich zu dem Büchlein „Semper et ubique“ geführt haben. Dort ist der Text auch enthalten; weiters wurde er in BB 2013.1 abgedruckt.
Ovid beklagt sein Schicksal.pdf
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"Alte" und "neue" Rechtschreibung

"Alte" und "neue" Rechtschreibung
Einer 1864 in Wien herausgebrachten Schrift über SENECA habe ich entnommen, dass die „Neue deutsche Rechtschreibung“ (NDR) so neu gar nicht ist, was mich veranlasst hat, dieses noch immer strittige Thema wieder einmal zu behandeln. Der Text ist in BB 2013.1 veröffentlicht worden.
Rechtschreibreform.pdf
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Viele Wege führen nach Proveis

Viele Wege führen nach Proveis
Eine kleine Notiz, dass die Aufrechterhaltung des Deutschunterrichts im Südtiroler Grenzort Proveis für die Gründung des „Deutschen Schulvereins“ ausschlaggebend war, hat mich veranlasst, der Sache nachzugehen und insbesondere diesen Ort zu besuchen. In BB 2010.2 und FM 2010.4 habe ich darüber berichtet, mein Buch „Wandern und Bergsteigen für Senioren“ enthält einen einschlägigen Tourenvorschlag.
Proveis.pdf
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